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veröffentlicht am 01.08.2018

Sorgenfreier Sport im Sommer

Was gilt es bei Sonne und Hitze zu beachten?

Sorgenfreier Sport im Sommer

 

Sonne, Wasser Strand: So macht Laufen Spaß. Kein Spaß sind allerdings die Belastungen beim Sport in der Sonne. Hoffentlich hat die Sportlerin auch an den richtigen Sonnenschutz gedacht. Zwar trägt Sie eine Sonnenbrille, aber je nach UV-Index wäre eine Mütze und uv-dichte Kleidung als weiterer Schutz angeraten. Foto: Julien Christ/pixelio.de

Sommer, Sonne, Sonnenschein, dieser Dreiklang lässt viele Sportler frohlocken. Denn Sommerzeit ist Sportzeit. Ganz gleich, ob zu Hause oder im Urlaub, Bewegung und Aktivität im Sommer macht Spaß. Und ganz gleich, ob im Wald oder auf dem Sportplatz, auf, an oder im Wasser: Sport im Sommer ist toll. Damit der Sport im Sommer auch folgenlos für die Gesundheit bleibt, hat sich die SiH-Redaktion mit dem Titelthema „Sport im Sommer“ auseinandergesetzt und einige Informationen zusammengestellt, die jedem Einzelnen, aber auch den Vereinen zugute kommen.  

Im Viertelfinalspiel der Fußball-WM in Brasilien am 29. Juni 2014 geschah etwas einzigartiges: In der 30. Minute der Begegnung Niederlande gegen Mexiko unterbricht Schiedsrichter Pedro Proenca aus Portugal das Spiel und bittet die Spieler zu einer dreiminütigen Trinkpause. Diese Entscheidung war allerdings keine der FIFA, vielmehr hatte ein Brasilianisches Arbeitsgericht die Pause zum Schutz der Spieler angeordnet. Mit dem Urteil wurde deutlich, dass Sport in der Sonne, nicht nur in Brasilien, besondere Verhaltensregeln erfordert. Das gilt für den Wettkampfbetrieb ebenso, wie für alle, die sich individuell sportlich im Freien bewegen.

Richtig trinken ist wichtig

Nicht nur in Brasilien wurden Trinkpausen eingeführt, zum Saisonfinale der Fußball-Ligen in Deutschland baten die Schiris die Teams ebenfalls zur Flüssigkeitsaufnahme während der laufenden Spielzeit. Wie wichtig richtiges Trinken beim Sport im Sommer ist, macht unser Interview mit Uwe Schröder vom Institut für Sport-ernährung in Bad Nauheim auf Seite 14 dieser Ausgabe  deutlich. Wer in den 1970er Jahren das Fußballspielen gelernt hat, der kennt noch den Trainerrat „nicht trinken, nur ausspülen, sonst kriegt ihr Seitenstechen“.  Inzwischen haben sich die ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse über Trinken beim Sport massiv erweitert und sind breit anerkannt.
Welches Getränk beim Sport im Sommer am sinnvollsten ist, hängt auch davon ab, welche Ziele das Training hat oder welche Sportart betrieben wird.
„Wer lange intensiv aktiv ist, beim Fußball in der Pause, beim Halbmarathon, beim Mountainbiken etc. greift am besten auf isotonische Sportgetränke zurück“, empfiehlt Uwe Schröder beispielweise. Wer hingegen im Bereich der Grundlagenausdauer Sport treibe oder Gewicht reduzieren möchte, sollte besser zum Mineralwasser greifen, rät der Ernährungswissenschaftler.

Auf die Tageszeit achten

Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch die Ozonbelastung der Atmosphäre. Zu viel Ozon in der Luft kann schädlich sein. Es reizt die Augen und Atemwege und behindert vor allem beim Ausdauersport. Ab einem Wert von 150 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft sollten Ozon-Empfindliche beim Sport kürzer treten oder die Trainingszeiten den Bedingungen anpassen. Das bedeutet in erster Linie, die sportlichen Aktivitäten auf die Morgenstunden zu verlegen, denn dann ist die Ozonkonzentration am niedrigsten.
Die höchsten Ozonwerte werden in der Regel am Nachmittag gemessen, was insbesondere beim Training für Kinder und Jugendliche berücksichtigt werden sollte.  
Training und Sport im Sommer, sollten immer mit dem richtigen Schutz vor gefährlicher ultravioletter (UV) -Strahlung einhergehen.  
Die UV-Strahlung der Sonne ist der größte Risikofaktor für das Entstehen von Hautkrebs. In Deutschland erkranken jährlich über 250.000 Menschen neu daran, fast 30.000 davon am gefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Damit ist Hautkrebs die häufigste Krebsart hierzulande. „Richtiger UV-Schutz beginnt damit, intensive Sonneneinstrahlung zu meiden, vor allem in der Mittagszeit“, erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) in einer Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe eine der Grundregeln zur Hautkrebs-Prävention.

Richtschnur UV-Index

Eine weitere wichtige Richtgröße ist der vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) täglich veröffentlichte UV-Index (UVI). Er ist das Maß für die höchste sonnenbrandwirksame Bestrahlungsstärke während des Tages und wird in einer Skala mit Werten von eins bis zwölf dargestellt. Der höchste Wert von zwölf wird am Äquator bei unbedecktem Himmel auf Meereshöhe erreicht. In Deutschland treten im Sommer Werte bis acht auf, in den Alpen können diese aber noch höher sein. Ein UVI-Wert ab sechs gilt als hohe Belastung. Ab einem Wert von acht rät das BfS dazu, die Sonne ganz zu meiden. Wenn dies nicht möglich ist, sollte schützende Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnenbrille mit UV-Schutz getragen werden. Freiliegende Körperpartien sollten unbedingt mit Sonnenschutzmitteln eingecremt werden, die mindestens einen Lichtschutzfaktor von 16 haben.   

Wer gut schmiert...

Wichtig ist dabei, dass die Mittel richtig eingesetzt werden.
Denn der Spruch „Wer gut schmiert, der gut fährt“ gilt im Bezug auf den Schutz vor Sonnenbrand nur eingeschränkt. Die Sonnencreme sollte einen Lichtschutzfaktor von mindestens 16, besser über 20 haben und wasserfest sein.
Aufgetragen werden sollte die Sonnencreme etwa eine halbe Stunde vor dem Sport, damit das Mittel nicht vom Schweiß abgewaschen wird. Das gilt auch für wasserfeste Sonnencremes, denn als wasserfest gelten Produkte, die nach zweimal 20 Minuten Baden noch die Hälfte des ursprünglichen Sonnenschutzes bieten. Deshalb ist nachcremen nach dem Sprung ins kühle Nass oder nach einer schweißtreibenden Trainingseinheit unerlässlich. Aber Vorsicht, durch  nachcremen verlängert sich nicht der Schutz vor Sonnenbrand, der bestehende Schutz wird nur erneuert.

Dosiert trainieren   

Bei großer Hitze steigt auch die Belastung für das Herz-Kreislauf-System und die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Bei Hitze schlägt das Herz bis zu 20 mal häufiger als bei kühleren Temperaturen, weshalb es sich empfiehlt, ab Temperaturen um 30 Grad Celsius nur noch dosiert zu trainieren und die Anstrengung den Temperaturen anzupassen. Sollten dennoch  Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche oder Übelkeit auftreten, gilt: das Training sofort abbrechen, einen kühlen Ort aufsuchen und viel trinken.
Spaß beim Sport
Wer allerdings richtig trinkt, die Tageszeit berücksichtigt, auf Sonnenschutz achtet und dosiert aktiv ist, kann nichts falsch machen. Dann steht dem Sportgenuss im Sommer nichts mehr entgegen.


Markus Wimmer, Landessportbund Hessen

 
 
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