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veröffentlicht am 28.04.2020

Vorsicht vor Neppern

Vorsicht vor „kostenfreien“ Angeboten fragwürdiger Anbieter

Vorsicht vor Neppern

 

Der Landessportbund Hessen (lsb h) warnt seine Mitgliedsvereine davor, vorschnell Verträge mit Firmen abzuschließen, die sie scheinbar kostenfrei bei der Sponsorenakquise für bestimmte Anschaffungen unterstützen wollen. Derzeit werden solche telefonischen Angebote – passend zur Corona-Pandemie – etwa für Hygiene- und Erste-Hilfe-Koffer sowie Defibrillatoren unterbreitet. „Wir raten dringend, sich entsprechende Verträge schriftlich zukommen zu lassen und sie eingehend zu prüfen“, sagt Daniela Herrlich, Referentin im Bereich Vereinsmanagement des lsb h. Anders als von einigen Anbietern angedeutet, empfiehlt der Landessportbund auch keine Zusammenarbeit mit solchen Unternehmen.

„Wir wissen um den Arbeitsaufwand, der in vielen Vereinen zu bewältigen ist. Gerade um Sponsoren erfolgreich zu akquirieren, braucht man ein gutes Konzept, eine Person, die sich kümmert, zudem viel Zeit und Durchhaltevermögen“, so Herrlich. Da erscheine es verlockend, eine Firma mit der Suche nach Sponsoren zu beauftragen. Viele dieser Anbieter handelten jedoch nicht aus Menschlichkeit heraus, sondern mit dem Ziel, selbst größere Gewinne zu erzielen. Konkret bedeutet das: Zwar erhalten Vereine die versprochen Autos, Schaukästen, Defibrillatoren oder ähnliches tatsächlich kostenlos. Mit Gewerbetreibenden aus der Region werden dafür aber Verträge abgeschlossen, die über mehrere Jahre laufen und die Anschaffungskosten des vereinbarten Anschaffungsobjekts um ein Vielfaches übersteigen. „Aus Sicht des Landessportbundes ist deshalb ein direkter Sponsorenvertrag zwischen Verein und Gewerbetreibendem vorzuziehen. Davon haben beide Seiten im Normalfall mehr“, resümiert Herrlich.

Unter dem Deckmäntelchen der Gemeinnützigkeit würden viele der Firmen auch versuchen, von der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Angst und Unsicherheit zu profitieren. Das zeige sich etwa an den angebotenen Hygienekoffern oder Defibrillatoren. Die Anschaffung von Letzteren  bezuschusst der Landessportbund Hessen übrigens im Rahmen der Sportförderung mit bis zu 50 Prozent (im Rahmen des Guthabens im Vereinsförderungsfonds). Eine Antragstellung vor Anschaffung ist obligatorisch. Zudem hat der Hessische Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS) ein ähnliches Angebot für seine Mitgliedsvereine.

 
 
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