« zurück zur Übersicht
veröffentlicht am 01.10.2021

Sportkreistag am 10. September 2021

Sportkreistag am 10. September 2021

 
Von den 245 Vereinen sind am Freitagabend allerdings nur 60 in der Altkönighalle in Steinbach vertreten gewesen und von den 45 Fachverbänden gerade mal vier.
Möglicherweise ist die geringe Resonanz auch den besonderen Umständen geschuldet, denn der Sportkreistag musste wegen des Covid-19-Virus´ in diesem Jahr bereits zweimal verschoben werden. Die 12 Punkte der Tagesordnung wurden unter Berücksichtigung aller aktuellen Hygiene-Bestimmungen sportlich zügig in rund zwei Stunden abgewickelt.
Weder Kreis-Beigeordneter Thorsten Schorr (in Vertretung von Landrat Ulrich Krebs) noch die Mitglieder des Sportkreis-Vorstands konnten den Vereinsdelegierten allerdings eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage nach den dringend benötigten weiteren Hallen-Kapazitäten geben.
Die Doppel-Sporthallen der Erich-Kästner-Schule in Oberursel, der Integrierten Gesamtschule Stierstadt und der Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg stehen bekanntlich für den Sport langfristig nicht (mehr) zur Verfügung. Nach dem Einsturz eines Teils der Dachkonstruktion in Stierstadt sind diese Hallen seit dem 10. Juni aus Sicherheitsgründen für den Sport gesperrt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Albin-Göhring-Halle in Ober-Eschbach abgerissen worden ist und dadurch weitere Engpässe auf die Bad Homburger Vereine hinzuzugekommen sind.
Am Beispiel von TSG Oberursels Handballern zeigt sich, wie flexibel und unbürokratisch aktuell die Abteilungen aus der Not heraus reagieren müssen: die in der Oberliga spielenden TSGO-Frauen haben über ihren Trainer Paul Günther Hallenzeiten in Bad Soden bekommen, die Männer trainieren in der kleinen Halle an der Frölingstraße und werden ihre Heimspiele in der Hochtaunushalle in Bad Homburg austragen.
„Wir können nur an alle Vereine und Abteilungen appellieren, die Sporthallen auf freie Kapazitäten hin zu prüfen und solidarisch zu handeln, um den Trainings- und Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können“, richtete der wiedergewählte Sportkreis-Vorsitzende Norbert Möller einen flammenden Aufruf an die Versammlung.
Da die drei gesperrten Doppel-Hallen voraussichtlich bis 2023 oder sogar 2024 (!) nicht zur Verfügung stehen werden, wird zur Zeit auf allen Ebenen über alternative Sportstätten wie zum Beispiel Tragluft-Hallen für die Sportler nachgedacht.
„Unser Vereins-Budget wird durch den von der Stadt Neu-Anspach geforderten Betriebskosten-Zuschuss in Höhe von 20 Euro pro Mitglied enorm belastet. Wie wird das in anderen Städten gehandhabt?“ wollte Ferdinand Hnatkow, der Vorsitzende der SG Anspach wissen. Die SGA ist in der aktuellen Statistik des Landessportbunds Hessen mit 1778 Mitgliedern der fünftgrößte Sportverein im Hochtaunuskreis nach der TSG Oberursel (4152), der HTG Bad Homburg (3643), dem MTV Kronberg (3243) und der Sektion Hochtaunus im Deutschen Alpenverein (2913).
Steinbach Bürgermeister Steffen Bonk berichtete in Beantwortung von Hnatkows Frage, dass die Vereine in seiner Stadt keinerlei Betriebskosten-Zuschuss zu zahlen haben.
Eine gute Nachricht hatte Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr für den Sportkreis-Vorstand und die Vereinsvertreter dann doch noch parat: „Wir werden für die Kreis-Hallen auch weiterhin keine Hallen-Nutzungsgebühren von unseren Sportlern verlangen!“
Den Sportvereinen in Neu-Anspach hilft das in ihrer konkreten Situation allerdings nicht weiter.


Dr. Rolf Müller, der Präsident des Landessportbunds Hessen (lsb h), leitete die Vorstands-Wahlen, wobei dies in Steinbach seine „Abschiedsvorstellung“ gewesen ist. Der Funktionäre aus Gelnhausen, der über die Großeltern Wurzeln nach Oberursel hat, steht bereits seit 24 Jahren an der Spitze des Verbands und wird im kommenden Jahr beim nächsten Sportbundtag des lsb h nicht mehr kandidieren.

Jeweils einstimmig sind folgende Personen für die nächsten drei Jahre in den Vorstand des Sportkreises Hochtaunus gewählt worden: 1. Vorsitzender Norbert Möller (TuS Steinbach) sowie als stellvertretende Vorsitzende Helmut Reith (TV Kalbach/Vereinsmanagement), Renzo Sechi (SV Seulberg/Finanzen) und Jörg Pöschl (TSG Falkenstein/Sportentwicklung).
Den erweiterten Vorstand bilden Dr. Mansur Wali (SV Seulberg) als Referent für Bildung und Personalentwicklung, Renata Kretzschmar (SG Hausen/Sport und Gesundheit), Bernhard Schmidt (TSG Oberursel/Referent für die Fachverbände und Sportstättenbau), José Rodrigues dos Santos (Ausländerbeirat Friedrichsdorf/Integration), Peter Kohl (TSG Köppern/Sportabzeichen), Annegret Müller (Usinger TSG/Inklusion), Tanja Finken (HTG Bad Homburg/Kindergarten und Verein), Andreas Klein (TV Bommersheim/Schule und Verein) sowie Gerhard Strohmann (TSG Pfaffenwiesbach/Kommunikation und Marketing). Neu in diesem Gremium sind Kreisfußballwart Andreas Bernhardt (1. FC 04 Oberursel) als Referent für den Breitensport sowie Inklusionslotsin Mona Prey.
Formell bestätigt wurden in der Altkönighalle mit Kirsten Klatt (Schwimmclub Oberursel) und Marcus Ahlring (MTV Kronberg) die beiden Kreisjugendwarte, die in der virtuellen Versammlung der Jugendleiter am 16. März gewählt worden waren. Zum neuen Jugend-Vorstand gehören ferner Jugendsprecher Maron Hofmann, Beisitzer Patrick Thomsen (beide TuS Steinbach) und Prisca Hawlitschek (TSC Grün-Gelb Neu-Anspach) als Beauftragte für Kindeswohl.
Der Bericht der Kassenprüfer wurde von Jens Kröger (Schützenverein Usingen) vorgetragen. Zu neuen Kassenprüfern sind am Freitag Jens Kröger (Schützenverein Usingen) und Margarete Knape (SV Diana Wehrheim) gewählt worden sowie zu Ersatz-Prüfern Wolfgang Westenburger (TV Bommersheim) und Jürgen Taube (LC Steinbach).
Bei der Totenehrung gedachte der Sportkreis stellvertretend für alle anderen den verstorbenen Vorstandsmitgliedern Walter Lewalter (TSV 08 Grävenwiesbach) und Jörg Jakobs (Schützenverein Usingen).
Delegierte für den nächsten Sportbundtag im Jahr 2022 in Frankfurt sind Norbert Möller (TuS Steinbach), Jörg Pöschl (TSG Falkenstein), Gerhard Strohmann (TSG Pfaffenwiesbach), Renata Kretzschmar (SG Hausen) und Andreas Bernhardt (1. FC 04 Young Boys Oberursel). Zu Ersatz-Delegierten sind Helmut Reith (TV Kalbach), Bernhard Schmidt (TSG Oberursel), Renzo Sechi (SV Seulberg), José Rodrigues dos Santos (Ausländerbeirat Friedrichsdorf) und Peter Kohl (TSG Köppern) gewählt worden.

ZAHLEN*DATEN*FAKTEN
Beeindruckende Zahlen und Daten konnte Sportkreis-Vorsitzender Norbert Möller bei seinem Rechenschaftsbericht für den Zeitraum von 2018 bis 2021 verkünden, wobei sich die Corona-Pandemie erwartungsgemäß auf einige Bilanzen negativ ausgewirkt hat.
Mitgliederzahl: Waren im Jahr 2018 insgesamt noch 80779 Mitglieder in 249 Sportvereinen im Hochtaunuskreis gemeldet worden, so sind es 2020 in Summe 78044 Mitglieder in 245 Clubs gewesen. Möller: „Wir hoffen, dass nach der Corona-Pandemie die Zahlen wieder steigen werden!“
Im Sportkreis Hochtaunus sind 6100 Ehrenamtliche ca. 990000 Stunden im Jahr im Einsatz, um den organisierten Sport ohne Komplikationen am Laufen zu halten.
Finanzen: Dadurch, dass viele Lehrgänge und Veranstaltungen (wie die Feier zum 75-jährigen Jubiläum im November 2021) nicht stattgefunden haben oder gestrichen werden mussten, stehen im Kalenderjahr 2020 Einnahmen von 102255,84 Euro Ausgaben von 68994,36 Euro gegenüber.
Nach Rücksprache mit einem Steuerberater und nach Zustimmung durch den Sportkreistag werden entsprechend den geltenden Steuergesetzen Rücklagen in Höhe 60000 Euro für Projekte im nächsten Jahr gebildet. Unter anderem für das Jubiläums-Fest, das im Sommer 2022 nachgeholt werden soll.
Fachverbände: Die fünf größten Fachverbände im Sportkreis sind Turnen (25716 Mitglieder in 58 Vereinen und Abteilungen), Fußball (12179/54), Tennis (9341/27), Pferdesport (3534/31) und Leichtathletik (3325/38).
Sportförderung: Die Übungsleiterzuschüsse sind von 39860 Euro (2018) nur geringfügig auf 39184 (2020) angewachsen.
Förderprogramme: In den letzten drei Jahren sind beim Sportkreis 48 Anträge gestellt worden mit einer Gesamtsumme von 2009800 Euro. Den größten Posten hat dabei das Schwimmbad-Investitionsprogramm ausgemacht. Von den 582000 Euro aus diesem Topf ist der größte Teil an das Seedammbad in Bad Homburg geflossen. Vom Sonder-Investitionsprogramm „Sportland Hessen“ hat der Hochtaunuskreis mit 750200 Euro profitiert.
Übungsleiter: Im Jahr 2018 sind 870 Übungsleiter in 120 Vereinen bezuschusst worden und 2020 waren es 855 Trainer in 117 Clubs. Der Stundensatz ist dabei von 1,17 Euro auf 1,21 Euro nur minimal erhöht worden und nach Möllers Ansicht schon längst nicht mehr zeitgemäß.
Abschied: Mit der „Ehrungs-Beauftragten“ Gudrun Daume (Schützenverein Usingen), die nicht mehr kandidiert hatte, sowie Jugendwart David Faulstich (TSG Köppern), der beruflich bedingt seinen Wohnsitz in den Main-Taunus-Kreis verändert hat, gehören lediglich zwei Personen dem am 18. April 2018 in Bad Homburg gewählten bisherigen Vorstand nicht mehr an.
Das spricht für Kontinuität auf dieser Führungsebene, wobei neben Norbert Möller auch Kirsten Klatt und Gerhard Strohmann bereits angekündigt haben, dass die beginnende Amtszeit die letzte im Sportkreis-Vorstand sein wird.

Gerhard Strohmann
 
 
 
 
Facebook Account RSS News Feed